Aktives Handeln ist in den ersten 48 Stunden nach Einbruch besonders angesagt: Erfahren Sie, warum.

Während das Coronavirus in Spanien tobt, ist die Anzahl der illegalen Hausbesetzungen deutlich gestiegen. Grund dafür ist, dass viele Ferienhäuser und Zweitwohnungen während des Lockdowns von ihren Eigentümern nicht genutzt wurden. Das spanische Innenministerium verzeichnete seit 2016 einen Anstieg der illegalen Hausbesetzungen um ganze 50%. Allein 20% bzw. 14.394 Fälle haben sich zwischen 2018 und 2019 ereignet.

Die «Okupas» besetzen in der Regel Zweitwohnungen und ziehen Nutzen daraus, dass die Eigentümer nur selten bzw. nur in den Ferien vorbeischauen. Die rechtlichen Folgen illegaler Hausbesetzungen variieren je nach Wohnsitzqualität der Eigentümer.

Bricht ein Hausbesetzer in eine fremde Wohnung ein, die kein Hauptwohnsitz ist, handelt es sich um eine «widerrechtliche Aneignung» bzw. usurpación. Für diese ist nur eine «einfache» Strafe von 3 bis 6 Monaten vorgesehen. Der Generaldirektor der Agencia Negociadora del Alquiler José Ramón Zurdo erklärte, dass diese Strafe in eine Freiheitsstrafe von 1 – 2 Jahren umgewandelt wird, sollte Gewalt oder Einschüchterung angewendet worden sein. Die Besetzer wissen das wohl und sind deswegen so gut wie nie gewalttätig.

Wenn aber der Hauptwohnsitz einer Person besetzt wird, kommt das den Okupas teuer zu stehen. Die Hausbesetzung wird dabei als Einbruch gewertet, die Freiheitsstrafe dafür beträgt mindestens 6 Monate und kann bis zu 2 Jahren dauern. Bei Gewaltanwendung bzw. Einschüchterung erhöht sich die Freiheitsstrafe auf 4 Jahre, auch eine Geldstrafe von 6 – 12 Monatsgehältern wird dabei verhängt.

Wie schützen Sie sich als Eigentümer*in einer Immobilie in Spanien vor Hausbesetzern? Laut Zurdo ist es ratsam, eine Alarmanlage zu installieren. Diese wird an eine Zentrale angeschlossen. Das sei von besonderer Bedeutung, denn eine funktionierende Alarmanlage zeige, dass Sie sich um Ihr Eigentum kümmern. Zudem dokumentiere sie sehr genau die illegale Besetzung, so Zurdo. Der exakte Zeitpunkt der illegalen Hausbesetzung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der Polizei ist es in den 48 Stunden nach der Besetzung rechtlich erlaubt, eine Räumung des besetzten Objekts durchzuführen.

Laut Experten sind sich die Hausbesetzer dessen bewusst und versuchen, in den ersten Tagen unsichtbar zu bleiben. So entkommen sie einer Anzeige und der Abschiebung ohne eine gerichtliche Verfügung. Demnach ist eine direkt an die Polizeizentrale angeschlossene Alarmanlage besonders effektiv, um sich vor unwillkommenen Gästen zu schützen.

Eine Alarmanlage ist ein perfektes Präventionsmittel gegen illegale Hausbesetzer. So können diese ihre persönlichen Gegenstände nicht so leicht zu Ihnen nach Hause bringen. Nach Angaben von José González Osma, Leiter der Business Unit Residential, Johnson Controls, hat man früher den Diebstahl gefürchtet und deswegen eine Alarmanlage installiert. Zurzeit hat sich der Schwerpunkt auf den Schutz vor der illegalen Hausbesetzung deutlich verlagert.

 

 

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