SPANISCHES ESSEN VERGLEICH 2021

Die spanische K├╝che l├Ąsst sich eigentlich auf den ersten Blick charakterisieren, sie beruht auf Knoblauch und Oliven├Âl. Sie ist eine Mittelmeerk├╝che, die sich durch diese beiden Bestandteile, die ihre Rezepte und ihre Geschmacksrichtungen bestimmen, leicht identifizieren l├Ąsst. Diese Eigenart hat die Spanische K├╝che mit den anderen Mittelmeerk├╝chen gemein und ist tief in den Gewohnheiten des Volkes verwurzelt.

Spanien 3 x in den Top 10 der besten St├Ądte der Welt f├╝r ein gastronomisches Essens Erlebnise:
Infograf├şa: Tres ciudades espa├▒olas entre los diez mejores destinos para comer del mundo en 2017 | Statista M├ís infograf├şas en Statista

In Spanien wird der Reisende kulinarische Gewohnheiten und Einstellungen kennen lernen, die in den verschiedenen Regionen stark voneinander abweichen.

Schon die Einstellung zu den verschiedenen Essensarten sind stark voneinander zu unterscheiden. Zur Beschreibung der spanischen K├╝che wird h├Ąufig eine Gliederung benutzt, nach der Spanien sich in sechs konventionelle kulinarische Zonen aufteilt. Nordspanien ist danach das Gebiet der Sossen. In Richtung auf die Pyren├Ąen schliesst sich die Region der chilindrones an, wobei es sich um eine charakteristische Zugabe zu vielen Gerichten dieses Gebietes handelt. Die Zone der Kasserollen┬á umfasst zu einem grossen Teil Katalonien.

An der gesamten spanischen Ostk├╝ste, der Levante, erstreckt sich das Land der Reisgerichte.┬á Fritt├╝ren sind besonders h├Ąufig in Andalusien und die Landesmitte ist den Braten vorbehalten.

Dieses Schema ist zwar n├╝tzlich, aber sehr vereinfacht. Kein Spanier wird sich mit seiner Hausk├╝che in dieses Raster einordnen lassen wollen.
Ber├╝hmt und schmeckt trotzdem??

Verschiedene Gerichte wie die paella und die fabada sind international ber├╝hmt geworden, andere wie gazpacho und tortilla de patatas (Kartoffelomelett) haben ganz einfach das Gl├╝ck, dass sie allgemein den Geschmack der Menschen treffen. Aber es gibt typische, ├╝ber das ganze Land verteilte Speisen, die man durchaus als Nationalgericht bezeichnen kann, da sie f├╝r alle Landesteile charakteristisch sind, auch wenn sie etwas abge├Ąndert werden. Die Rede ist von┬ácocido, der in Galicien┬ápote, in Nordspanien┬áolla┬áund in Katalonien┬áescudella┬áheisst.Die Grundvariante dieser Gerichte besteht aus folgenden Hauptzutaten:

  • Fleisch
  • H├╝lsenfr├╝chte
  • Gem├╝se (je nachdem, was in der Gegend w├Ąchst)

Diese Bestandteile werden zusammen gekocht und dann zu drei Gerichten verarbeitet. Als Vorspeise gibt es die Brühe, dann die Hülsenfrüchte und das Gemüse und zum Schluss das Fleisch. Natürlich wird das Ganze ordentlich gewürzt. Die Spanier lieben an ihrer Küche dass sie Sabor (Geschmack) hat, im Gegensatz zu vielen anderen Küchen. Man bereitet die Bestandteile  gemeinsam zu,  um somit den einzelnen Zutaten einen ausdrucksvolleren Geschmack zu geben.

Geschichte und Ablauf

Die spanische K├╝che und ihr spanisches Essen blickt auf eine sehr lange Tradition zur├╝ck.

Angefangen hat es mit den R├Âmern, sp├Ąter kamen die Vandalen und Westgoten bis hin zu den Mauren die jeweils ihre Spuren nicht nur in Bauwerken sondern auch in der K├╝che hinterlie├čen. So hat bis heute jede Region Spaniens seine Spezialit├Ąten beibehalten. So ist Andalusien bekannt f├╝r seine frittierten┬á(fritos)┬áGerichte und Zentralspanien ist die Zone der Braten┬á(asados)┬áund eher deftigen Essen.

Der kulinarische Tagesablauf der Spanier unterscheidet sich sehr stark von dem Mitteleurop├Ąischen.┬áSpanisches Essen und Paella

Morgens zum Fr├╝hst├╝ck┬á(desayuno)┬ágibt man sich mit sehr wenig zufrieden. Eine kleine Tasse Kaffee und ein s├╝├čes Geb├Ąckst├╝ck reichen v├Âllig aus. Oder man isst ein┬átostada, ein ger├Âstetes St├╝ck Brot mit ├ľl oder Butter. Alternativ bieten sich┬áchurros con chocolate┬áan.

Das ist ein frittiertes Geb├Ąck welches man in hei├če Schokolade tunkt. Also nichts f├╝r schwache M├Ągen. Das Mittagessen┬á(comida)┬ábeginnt erst ab 14 Uhr und besteht meist aus 2 G├Ąngen (platos), Brot┬á(pan)┬áund Nachtisch oder Kaffee.

Nachmittags schiebt man manchmal ein┬ámerienda┬áein das aus einem Kaffee und einem St├╝ck Kuchen besteht. Das Abendessen (cena) beginnt erst um 22 Uhr. In den Gebieten mit viel Tourismus hat man sich jedoch auf die mitteleurop├Ąischen Zeiten eingestellt. Man kann dort zwar schon fr├╝her zu Abend essen, gibt sich so aber unmissverst├Ąndlich als Tourist zu erkennen.

Wer in Spanien essen gehen will findet eine ├ťberangebot an Lokalit├Ąten aller┬áspanisches Essen in SpanienPreisklassen. Nicht umsonst ist hat es hier die h├Âchste Kneipendichte in ganz Europa. Am unteren Ende der Skala rangiert die Bar als einfache Kneipe gleich ums Eck. Leicht zu erkennen an der verchromten Theke trinkt man hier maximal nur ein Bier und isst eventuell ein┬áTapa┬áoder ein┬áBocadillo.┬áCervecer├şas┬ásind im Prinzip ├Ąhnlich, nur etwas teurer. ├ähnlich billig und urig sind die Weinkeller genannt┬áBodegas. Leider werden diese Bezeichnungen in sehr touristischen Gebieten oft zweckentfremdet. Cafeter├şas sind Restaurants im Mensastil in denen anspruchslose aber billige┬áplatos combinados┬áangeboten werden. Die Speisen sind meist auf einer Leuchtreklametafel zu sehen und bestehen z. B. aus Pommes mit Spiegeleiern. An┬áRestaurantes┬ágibt es alle Preisklassen.

Vom Tagesmen├╝┬á(Menu del d├şa) f├╝r 5 Euro bis hin zu einem stattlichen Abendessen zu ├╝ber 20 Euro ist hier alles zu finden.

 

Benimmregeln f├╝r Restaurantbesuche in Spanien

1. Allgemein

Essen kann man in Spanien hervorragend von teuer bis preiswert. Von Fastfood bis zum Nobelrestaurante ist alles vertreten. Es kommt allerdings nat├╝rlich immer darauf an, wo man sucht. In einem 500 Einwohner z├Ąhlenden Dorf wird man wohl eher auf die typischen Bars treffen, in denen man aber fast immer auch ein Essen bekommt. Einiges Grundlegendes sollte man wissen, schon um nicht unangenehm aufzufallen.

2. Was passiert wenn ein Lokal bzw. Restaurant ? Wie komme ich zu meinem Tisch?

Man wartet und fragt: Egal wie viel Tische im Lokal frei sind, fragen Sie immer eine Bedienung, ob und wo Sie sich setzen d├╝rfen/sollen. Und wenn es -mangels Worten- mit den H├Ąnden ist.
Sollte das Lokal voll sein, stellen oder setzen sie sich an die Bar und geben sie der Bedienung zu verstehen, das sie Essen m├Âchten. In Spanien setzt man sich nicht dazu und man stiert auch nicht sehns├╝chtig auf den einen oder anderen leeren Stuhl. Wenn das Angebot vom Personal kommt, das man sich dazusetzen soll, dann ist es etwas anderes, allerdings habe ich in meinen jahrelangen Spanienaufenthalt diesen Fall noch nie erlebt.

3. Gebe ich ein Trinkgeld in Spanien?

Trinkgeld: Die Spanier freuen sich ├╝ber Touristen die 10% geben, w├╝rden selber allerdings nicht im Traum daran denken. Man rundet auf. Zumindest in einfachen Lokalen. Wenn der Ober Gl├╝ck hat ist es mehr, sonst eben nicht. In Touristengebieten erwartet man allerdings von der Kundschaft etwas europ├Ąischere Trinkgelder.
Wieviel Mwst zahle ich f├╝r mein Essen?

Zahlen: die spanische Mehrwertsteuer heisst IVA und ist nicht immer in den Preisen auf der Karte enthalten. Dann steht allerdings etwas diesbez├╝gliches am unteren Kartenrand.

3. Kann ich die Rechnung aufteilen oder wird komplett bezahlt?

Egal mit wem man unterwegs ist, die Tische werden immer geschlossen gezahlt. Sollten sie sich die Rechnung teilen wollen, so tun sie es hinterher. Wenn Sie mit Spaniern in eine Bar gehen werden sie meist eingeladen. Auch wenn es nicht gew├╝nscht wird, bieten Sie zumindest einmal mit an, dass sie zahlen wollen.

Die Rechnung wird meist auf einer Untertasse oder einem kleinen Tellerchen in Form eines Bon┬┤s gebracht. Egal was sie bez├╝glich Trinkgeld sagen, der Kellner wird ihnen alles zur├╝ckbringen. Lassen Sie das Trinkgeld dann auf dem Tellerchen liegen.

4. Was ist ein Menue del Dia und was muss ich bezahlen?

Menue del d├şa wird in vielen Lokalen angeboten, was steuerliche Gr├╝nde f├╝r die Betreiber hat. Manchmal bekommen Sie schon ab 6 Euro eine Vorspeise, eine Hauptspeise, eine Nachspeise ein Getr├Ąnk. Meist auch noch Brot. Allerdings sind die Preise inzwischen auf ca. 8-10 Euro angestiegen und das Getr├Ąnk ist nicht automatisch inklusive. Problematisch wird es oft bei der Bestellung, wenn man nicht spanisch spricht. Denn f├╝r das Menue gibt es in den seltensten F├Ąllen eine Karte.

Aber mit einigen Vokabeln kann man sich schon gut weiterhelfen. Zumindest sollte man sich f├╝r Fisch oder Fleisch entscheiden k├Ânnen. Das Men├╝ wird von den Spaniern ├╝brigens fast immer aus steuerlichen Gr├╝nden angeboten, wenn ein Lokal ein wechselndes Tagesmen├╝ mit gleichbleibenden und niedrigen Preisen anbietet, wird in einer g├╝nstigeren Steuerklasse abgerechnet.

Preise m├╝ssen in jedem Lokal sichtbar aush├Ąngen. Zwar ist der Platz in Bars oft so weit weg gew├Ąhlt, das man eh nichts erkennen kann, aber betrogen wird im allgemeinen nicht.

 

Aber jetzt stellen wir Euch die besonderheiten der einzelnen Regionen vor:

Besonderheiten der Regionen

Galicien

Die galicische K├╝che ist in Spanien wohl am meisten verbreitet, denn eine F├╝lle von Gastst├Ątten und Wirtsh├Ąusern wurde von Galiciern an den Routen der Emigration eingerichtet. Sie wurde von Fischern und Bauern gepr├Ągt. Wer sich gern bewirten l├Ąsst sollte in jedem Fall eine Rundreise durch den Norden Spaniens unternehmen. Es ist einfach unglaublich welch grosser Unterschied zu der Mittelmeerk├╝che besteht, die K├╝che im Norden ist vielf├Ąltiger, man legt sehr viel Wert auf das tats├Ąchliche kochen. Nat├╝rlich kommt auch der gesellschaftliche Aspekt hier ganz gewiss nicht zu kurz, aber Qualit├Ąt wird hier in den vielen guten Restaurants gross geschrieben.

 

Galicien Pulp a feira (Seekrake) wird als beliebtes Gericht auf den Wallfahrten zubereitet: Die empanadas (Pasteten), das kulinarische Symbol Galiciens, werden mit verschiedensten F├╝llungen – viel Zwiebeln, Fleisch oder Fisch – zubereitet; die H├╝lle besteht aus einer d├╝nnen, mit Safran gew├╝rzten Masse, die mit ├ľl eingerieben wird, damit sie nicht austrocknet. Aber das bekannteste und kr├Ąftigste Gericht Galiciens ist lac├│n con grelos; lac├│n ist der gekochte Vorderschinken des Schweins und grelos sind die jungen Bl├Ątter der Steckr├╝be.

Ein Kapitel f├╝r Schlemmer sind die Krusten- und Schalentiere, die als die Besten des Landes gelten. Galicien beliefert damit nicht nur die Landeshauptstadt, sondern exportiert seit undenklichen Zeiten auch ins Ausland. La Coru├▒a und Vigo – genauer gesagt der Ort El Grove – sind das Paradies der Austern, Teufelskrabben, Schwimmkrabben, Entenmuscheln, Miesmuscheln und Hummer, die man hier gekocht zu annehmbaren Preisen erwerben kann.

Muscheln: hier sollte man nat├╝rlich die Jacobsmuschel hervorheben (vieira), die von den Pilgern an den M├Ąnteln getragen wurden, als sie im Mittelalter zum Grab des Apostels Jakobus nach Santiago de Compostela zogen. Pilger ziehen heute immer noch den Jacobsweg entlang, aber die Muscheln sind mittlerweile zu einer Delikatesse geworden.

Fleisch: hier ist besonders das Rindfleisch hervorzuheben. Unter den Gefl├╝gelsorten sind die Kapaunen von Villalba, die mit Weizen, Wein und Kastanien gem├Ąstet werden, eine Institution.

Nachspeisen: Obsttorten, Mandelkuchen, filloas (eine Art Crêpes), Brezeln usw.

In Bezug auf die Weine bietet Galicien als Spezialit├Ąt den Ribeiro. Er ist leicht s├Ąuerlich und wird aus weissen, flachen Porzellanschalen getrunken – zumindest sagt das die Tradition, tats├Ąchlich bekommt man den Wein fast immer in ganz normalen Weingl├Ąsern serviert. Wer Qualit├Ąt sucht, sollte den Albari├▒o-Wein probieren; dieser Weisswein wird aus Reben hergestellt, die im Mittelalter von M├Ânchen vom Rhein und von der Mosel hier hergebracht wurden. Das Spanier den Rotweinen den Vorzug geben ist allgemein bekannt, aber ein Albari├▒o ist f├╝r meinen pers├Ânlichen Geschmack ein wirklich ausgezeichneter Wein, den man speziell als Weisswein nicht untersch├Ątzen sollte.

Spirituosen: Der bekannteste ist wohl der orujo, ein typisch galicischer klarer Schnaps

K├Ąse: San Simon oder Perilla, eine ger├Ąucherte, kr├Ąftig schmeckende K├Ąsesorte, tetilla, ein milder Kuhk├Ąse mit weicher, d├╝nner Rinde.

Asturien

Der Besucher Asturiens wird nur wenige Gegenden finden, wo er so gut essen kann. Gerade hier wird eins der Universalgerichte der spanischen K├╝che, die weltber├╝hmte fabada zubereitet, f├╝r deren Erfolg die Tatsache spricht, dass sie in Konserven verkauft und unter anderem, nach ganz Amerika exportiert wird.

 

Die echte, unverf├Ąlschte asturische fabada besteht aus den in diesem Landesteil als fabes bekannten, besonders milden und feinen weissen Bohnen sowie verschiedenen Schweineprodukten: abgelagertes Schinkenspitzbein, Speck, Schweineohren, und Schweinepfoten, Schlackwurst und Blutwurst. Die Hauptbestandteile der fabada sind die fabes, wie bereits ihr Name sagt, und die asturische Blutwurst, trocken und faltig mit einem ganz eigent├╝mlichen Geschmack. Dieses Gericht wird als einziger Gang in grossen mengen verzehrt, wie es in Nordspanien ├╝berall Brauch ist.

Fabada Asturien

Obwohl dieses Gericht den Ruhm davontr├Ągt, darf man andere Eint├Âpfe mit weissen Bohnen aber nicht beiseite schieben. Sie sind ebenfalls typisch und schmackhaft, auch wenn sie sp├Ąter als die fabada bezeichnet wurden, n├Ąmlich weisse Bohnen mit Muscheln, mit Hasenfleisch oder mit Rebhuhn.

Die Fische werden in Asturien nach k├Âstlichen Rezepten zubereitet, mit denen ein besonders milder Geschmack erreicht wird. An ihrer Spitze steht die caldereta. Ihre Hauptbestandteile sind Krusten- und Schalentiere sowie Fische mit hartem Fleisch, die zusammen gekocht werden. Am besten schmeckt die caldereta in den K├╝stend├Ârfern. In den Gastst├Ątten ist sie nicht so h├Ąufig zu finden wie die fabada. Dagegen steht die merluza a la sidra (Seehecht in Apfelwein) meistens auf der Karte. Ihr Geheimnis liegt in der Qualit├Ąt der Zutaten, dem un├╝bertrefflichen kantabrischen Seehecht und dem leicht s├Ąuerlichen Apfelwein, dem typischen Getr├Ąnk Asturiens. Die sidra nimmt in den Gasth├Ąusern unbestreitbar den ersten Platz ein, wird in grossen Mengen getrunken und nach einem besonderen Ritus eingeschenkt; die Flasche muss hochgehalten werden und der Strahl muss aus sehr grosser H├Âhe ins Glas fallen, ohne dass dabei auch nur ein Tropfen versch├╝ttet wird.

Um den Streifzug durch die asturischen K├╝stend├Ârfer zu vervollst├Ąndigen, muss auch auf die verschiedenen Gerichte mit bonito oder Thunfisch (la ventresca, el rollo…) hingewiesen werden. Aber die touristische und gastronomische Attraktion ist und bleibt der Lachs (salm├│n). Nal├│n und Sella sind die wichtigsten Lachsfl├╝sse Spaniens.

Das klassische Rezept f├╝r diese kulinarische Troph├Ąe Asturiens heisst a la ribere├▒a.

Von den Nachspeisen sollte man hier unbedingt den Milchreis probieren, der als der Beste des Landes gilt und mit einer Schicht R├Âstzucker bedeckt wird. Aufgez├Ąhlt seien aber auch tocinillos de cielo (Puddingteilchen), fayules, Torten und Geb├Ąck. Was den K├Ąse betrifft, so werden hier die kr├Ąftigsten Sorten Spaniens und wohl auch des Auslandes hergestellt; der Cabrales wird mit dem franz├Âsischen Roquefort verglichen, hat aber, abgesehen von seinem Aussehen, einen anderen Geschmack.

Baskenland

Obwohl sie noch nicht lange ber├╝hmt ist, hat die baskische K├╝che in der nationalen Gastronomie den ersten Platz erobert, und niemand wird bestreiten, dass das Baskenland das Paradies der Feinschmecker ist. Auf unsere die Frage in einem Hotel in welches Restaurant man wohl gehen sollte um wirklich gute baskische K├╝che erleben zu k├Ânnen, antwortete der Conserge „In jedes, in ein schlechtes Restaurant geht keiner und geht deshalb pleite, sie k├Ânnen ├╝berall hingehen und werden nicht schlecht Essen. Der einzige Unterschied ist preislich zu beachten. Und genau so haben wir die baskische K├╝che kennen lernen d├╝rfen. F├╝r Feinschmecker ist diese Reise ein absolutes MUSS.

Hier gibt es kaum jemanden, der nichts von der Kochkunst versteht. Der Hang zum guten Essen, die M├╝he, die man sich bei der Zubereitung macht, und der gesunde Appetit der Basken sind sprichw├Ârtlich und die Uhrzeiten und Gelegenheiten, dem Gaumen zu fr├Ânen, endlos. Um 10 Uhr morgens ist es Sitte, den amarretaco einzunehmen, auf ihn folgt um 11 Uhr der amaicataco und der apalaurreaudiak ist eine gastronomische Apotheose, die das Vesperbrot und das Abendessen vereint… So weit die Theorie, denn auch Basken hetzen nat├╝rlich nicht ausschliesslich von einem Lokal zum N├Ąchsten, sondern m├╝ssen Arbeiten und Kinder in die Schule bringen, aber so kann man zumindest seinen Lebensabend verbringen oder den Urlaub. Im Baskenland wurden ├╝brigens die ersten gastronomischen Gesellschaften des Landes ins Leben gerufen.

Die baskische K├╝che h├Ąlt an den Traditionen fest, ist aber durch moderne und st├Ądtische Raffinessen verbessert worden.

Von den baskischen Gerichten ist an erster Stelle der bescheidene bacalao (Klippfisch, getrockneter Kabeljau) zu nennen. Bacalao a la vizaca├şna ist wie alle anderen bevorzugten Speisen des Landes ein kulinarisches Wunderwerk, wenn man seine wenigen Mittel ber├╝cksichtigt.

Das Rezept sieht n├Ąmlich nur Klippfisch, getrocknete Paprikaschoten und Zwiebeln vor. Vom bacalao al pil-pil kann man ├ähnliches sagen: der Fisch wird mit Knoblauch in ├ľl langsam gebraten, wobei sich die Fischgelatine absondert, die den Reiz dieses Gerichtes ausmacht. Diese gedickte Fl├╝ssigkeit ist eine der grossen Entdeckungen der baskischen K├╝che, die auch f├╝r viele andere Fischgerichte zubereitet wird.
Baskenland Thunfisch

Andere bekannte Sossen dieser Region sind die gr├╝ne Sosse zum Seehecht und die schwarze Sosse zum Tintenfisch, die aus dessen „Tinte“ gewonnen wird.

Nach dem Klippfisch sei der Seehecht genannt, den die Basken je nach seiner Gr├Âsse anders benennen und der auch nach seiner geographischen Herkunft eingestuft wird. Wie f├╝r viele andere Produkte des Baskenlandes besteht ein heftiger Wettstreit zwischen Guipuzcoa und Vizcaya, wenn es um die Bewertung des besten Seehechts geht. Ob dieser aber aus Guipuzcoa oder Vizcaya kommt, er wird im ├╝brigen Spanien nirgendwo ├╝bertroffen: merluza al pil-pil, in gr├╝ner Sosse oder ├╝berbacken sind hier einmalig.

Eine wahre Delikatesse wird aus den winzigen Kiemenbacken des Seehechts, den kokotxas, zubereitet, die als das schmackhafteste Gericht, das auf diesem Fisch basiert, gelten.

Zu erw├Ąhnen ist aber auch der besugo oder Graubarsch, der gegrillt und in zwei H├Ąlften geteilt mit einer Spur ├ľl und Knoblauch serviert wird. Zu den Schwelgereien der baskischen K├╝che geh├Âren auch die Glasaale oder angulas (winzige junge Tiere), die nur ganz kurz in siedendes ├ľl, das Knoblauch und starken Pfeffer in kleinen Schoten enth├Ąlt, getaucht und mit Holzgabeln gegessen werden.

Zu den „b├╝rgerlichen“ Gerichten z├Ąhlen auch der marmitako, ein Fischgericht mit Thunfisch und Kartoffeln, und die f├╝r ganz Nordspanien typischen Sardinen. hier werden sie gleich nach dem Fang ger├Âstet. Am besten probiert man sie im August, wenn sie kleiner und besonders schmackhaft sind. Die Sardinen m├Âglichst im Freien und ganz einfach mit den Fingern essen. Ihr Geschmack ist kr├Ąftig und ihr Geruch stark und anhaltend.

Nach der Hervorhebung der Meeresgerichte sollte nun aber auch das Fleisch nicht vernachl├Ąssigt werden, dass von ausgezeichneter Qualit├Ąt ist und meistens in recht grossen Portionen haupts├Ąchlich gegrillt serviert wird. Ber├╝hmt sind die chuletones aus Berritz Koteletten. Bestellen kann man eigentlich alles was angeboten wird, denn die Basken sind einfach gute K├Âche. Sie lieben Sossen und darauf k├Ânne man bei der Auswahl unter Umst├Ąnden achten, denn nicht jedem liegt z.B. ein Tomatensosse zum gegrillten Fleisch.
Baskenland Ochsenschwanz

Der txakoli-Wein wird im K├╝stenstreifen des n├Ârdlichen Baskenlandes angebaut. Es ist ein etwas s├Ąuerlicher Weisswein, der bestens zu Fischgerichten und Meerestieren passt. Nicht vergessen werden darf, dass die in der Provinz Alava liegende Rioja-Zone das Baskenland mit Wein beliefert. Alle Weine die dort wachsen sind f├╝r die Spezialit├Ąten der baskischen K├╝che zu empfehlen.

Einen Ehrenplatz nimmt der nicht maschinell hergestellte, kr├Ąftige Schafsk├Ąse aus Idiazabal mit Rauchgeschmack ein. Dem Naschwerk sind die Basken nicht so sehr zugetan; typisch sind aber bizcochos rellenos (gef├╝llte Biskuitteilchen) aus Vergara, canutillos aus Bilbao, gebratene Birnen…

Kantabrien

Die Gastronomie Kantabriens ist der der benachbarten Regionen Nordspaniens recht ├Ąhnlich, mit denen sie, buchst├Ąblich gesprochen, die Rohstoffe teilt. Gleichzeitig hat diese Zone viele kastilische K├╝chenbr├Ąuche assimiliert und bietet wie ganz Nordspanien sch├Ânste Tafelfreuden. Hier sind ebenfalls Thunfisch, Seehecht, Graubarsch und Lachs zu Hause. Letzterer wird nach einem besonders originellem Rezept zubereitet: arroz satanderino kombiniert den Lachs mit Milch. Auch Sardinen und Sardellen sind zu nennen; Letztere werden ├╝berbacken, in der Tonschale oder in gelber Sosse angerichtet. Typisch sind ferner die rabas, in St├╝cke geschnittene, gebratene Tintenfische. In den K├╝stenorten kann man eine leckere marmita probieren.

Die bekanntesten K├Ąsesorten der Region sind tresvisu, ahumado de Aliva und andere sogenannte quesucos (Sahnek├Ąse).

In der S├╝ssspeisenk├╝che sind die Kantabrier wahre Meister. Die Qualit├Ąt der Cremespeisen aus ausschliesslich nat├╝rlichen Zutaten – Eier und Milch- ist un├╝bertroffen; sie heissen hier natillas und werden in ganz Spanien gern und h├Ąufig gegessen. Ebenso gut sind die sobaos pasiegos, Geb├Ąck mit Butter und Eiern. An der Spitze der Desserts steht die quesada: aus frischem K├Ąse, Honig und Butter entsteht ein Spitzenprodukt der nationalen Dessertk├╝che, das sich allerdings nicht lange h├Ąlt.

Der Ebro

An den Ebro-Ufern liegt eine gastronomische Zone, die durch die als chilindr├│n bekannte Sosse gekennzeichnet ist. Diese Sosse wird aus gebratenen Paprikaschoten, Tomaten und Zwiebeln zubereitet. In dieser Zone wird gut und reichlich gegessen, Getrunken werden die ber├╝hmten Rioja-Weine. Aber hier gedeihen auch weniger bekannte Rebens├Ąfte der Sorte Cari├▒ena; sie z├Ąhlen zu den st├Ąrksten Weinen Spaniens. Im Kapitel der Wurstwaren treten die Schinken und Schlackwurste (Ionganizas) hervor.

 

Aragonien

Aragonien steht in dem Ruf, eine der einfachsten K├╝chen Spaniens zu haben. Das Fleisch bildet die Nahrungsgrundlage und wird vornehmlich al chilindr├│n zubereitet. Diese Sosse kann H├Ąhnchen, Lamm- und Schweinefleisch, aber auch andere Fleischarten aufnehmen: am besten schmeckt sie wohl mit H├Ąhnchen. In Oberaragonien werden die Gerichte nach Hirtenart vorgezogen: ternasco (Kalb) und cabrito en espeto (Zicklein am Spiess gebraten), Lammragout nach Hirtinnenart und „Gebirgsspargel“, die mit Spargel nichts gemein haben, sondern Milchkalbschw├Ąnze sind.

Im Umkreis von Zaragoza werden besonders herzhafte magras con tomate – zarte, gebratene Schinkenscheiben in Tomatensosse – zubereitet. Besonders vielseitig ist in dieser Gegend ein Gericht, das im Landesinneren weiterverbreitet ist: las migas. Nur hier enth├Ąlt es so viele und unterschiedliche Zutaten: Schinkenw├╝rfel, rote Paprikawurst, Speck, Blutwurst, aber auch Schokolade oder Weintrauben. F├╝r die migas wird immer kr├Ąftiges Bauernbrot verwendet, das in kleine St├╝cke geschnitten und zusammen mit den Zutaten geschmort wird. In einigen Orten wird es in Wasser oder Milch getaucht, bevor es in die Pfanne gegeben wird.

Bei den besonderen Leckerbissen angekommen, m├╝ssen wir die mit Schokolade angerichteten Rebh├╝hner erw├Ąhnen, die aber auch in anderen Landesteilen aufgetischt werden. Die gebratenen Forellen aus den Pyren├Ąen-Fl├╝ssen sind die besten des Landes. Auch die k├Âstlichen Schinken aus Teruel, die in der eisigen K├Ąlte der Berge getrocknet werden, sind zu nennen. Die Suppen mit Leber und K├Ąse wurden bereits im 17. Jahrhundert als „aragonische Suppen“ zitiert; sie werden im Ofen gekocht und mit ger├Âsteten Brotscheiben serviert.

Zu den Gem├╝searten geh├Ârt die ausschliesslich in der Sierra de Moncayo wachsende borroja (Borretsch) aus der Mangold- und Spinatfamilie. S├Ąmtliche Arten, die hier gut und reichlich gedeihen, sind in der Minestra zu finden.

An dieser Stelle sei auch ein typisches Gericht gew├╝rdigt, das den Ausl├Ąnder ├╝berraschen wird; Lammkopf im Ofen gebraten. Als „exotische“ Speise seien ebenfalls die als rega├▒aos bekannten Kuchen genannt, in die Salzheringe und in Streifen geschnittene rote Paprikaschoten eingebacken sind.

Die aragonesischen Weine sind gut und in grossen Mengen vorhanden. In jeder Schenke, die man betritt, findet man mit Sicherheit einen leckeren Tropfen. Auf nationaler Ebene ist am meisten der Cari├▒ena bekannt, der ohne weiteres einen Alkoholgehalt von 18┬║ erreicht.

Als Nachspeisen sollte man das Obst aus Aragonien, gezuckert oder mit Schokoladen├╝berzug, Pfirsiche in Wein und guirlache, das Mandelbrot dieser Zone, versuchen.

Die Rioja-Zone

Die Rioja-Zone hat nicht nur Wein zu bieten, obwohl sie wohl genau aus diesem Grund besucht wird und ber├╝hmt ist. Aber auch die K├╝che wartet mit zahllosen Gerichten auf, die gern aus frischen Gartenprodukten zubereitet werden. Bekannt und beliebt sind die pimientos rellenos (gef├╝llte, rote Paprikaschoten), die chuletas al sarmiento (├╝ber Holz ger├Âstete Lamm-Kotletten) und die patatas con chorizo (Kartoffeln mit Wurst). Die Grenzen zu den umliegenden Gebieten lassen sich nicht wirklich abstecken, trotzdem gibt es durchaus Spezialit├Ąten aus der Gegend. Zu diesen z├Ąhlen eben die Paprikaw├╝rste genauso wie der Ziegenfrischk├Ąse aus den Bergen.

Besonders gern gegessen wird hier Lamm, dabei gibt es die verschiedensten Zubereitungsvarianten. Angefangen von Eint├Âpfen (Calderete) ├╝ber die Lammkoteletts, kombiniert mit den verschiedensten Gem├╝sesorten der Region. W├Ąhrend man in den Familien und einfachen Lokalen lieber einen Schluck Wein zum Essen geniesst, wird dieser in den etwas edleren Lokalen nat├╝rlich auch schon mal zum Kochen verwendet.

Bei den Desserts spielt auch hier wieder das Obst eine entscheidende Rolle, das in den verschiedensten Varianten zubereitet wird. Aber auch traditionelle Desserts wie fardelejo und mazapanes wird gern gegessen.

Rezepte : Calderete – Lammeintopf, Truchas con setas de Rioja – Forellen mit Pilzen und Rioja

Navarra – Zone

Die Miestra, die in der Ribera-Zone dank der dort wachsenden Gem├╝sesorten einen unnachahmlichen Geschmack annimmt, wird zusammen mit dicken Bohnen und Erbsen, Spargel und Artischocken zubereitet. Bereichert werden kann das Gereicht mit Fleisch, Schinken oder anderen Zutaten. Eine weitere Gem├╝sespezialit├Ąt sind pochas (Bohnen) und Paprikaschoten aus Piquillo de Lodosa.

Die Gastronomie ist in dieser Zone uneinheitlich und zeigt verschiedenste Einfl├╝sse (franz├Âsisch, baskisch…). Der Besucher findet demnach immer etwas, was seinem Geschmack entspricht, so vielf├Ąltig und verschieden ist das dortige Angebot. Allerdings gibt es auch hier einige Gerichte, die in der Beliebtheitsskala ganz oben rangieren, wie die trucha a la navarra (Forelle), die als wohl die Beste in Spanien gilt. Der Fisch wird in Wein eingelegt, bevor er mit Schinkenscheiben gef├╝llt und leicht in Mehl gew├Ąlzt gebraten wird.

Ebenfalls zu empfehlen sind auch die Koteletten und der cochifrito navarro, eine Art Lammragout.

Eine besondere Stellung in Navarra nehmen die Gefl├╝gelgerichte ein, die besonders von den Einheimischen geliebt werden. Speziell zu besonderen Anl├Ąssen gibt es hier eine ganze Zahl von Gerichten: Hier stehen besonders die frisch gejagten Rebh├╝hner auf der Liste. Diese werden in Rebenlaub eingewickelt und gebraten. Dies geschieht vornehmlich im September, da die H├╝hner in dieser Zeit am besten gen├Ąhrt sind. Tauben werden dagegen mit Kr├Ąutern auf dem Grill ger├Âstet. Bei beiden Varianten wird zur H├Ąlfte Oliven├Âl und Schweineschmalz, sowie Essig und Rotwein verwendet. Weitere Besonderheiten, die gern serviert werden sind Kombinationen in Schokoladensossen. Hier wird sowohl das Rebhuhn, der Hase, als auch das Kaninchen verwendet.

Zu den besten K├Ąsesorten Spaniens z├Ąhlt der hier hergestellte El Roncal.

Katalonien

Die K├╝che Kataloniens z├Ąhlt wohl zu den reichhaltigsten, vollst├Ąndigsten und ausgekl├╝geltsten. Historische Dokumente belegen, das sie auch zu den ├Ąltesten z├Ąhlt, was wohl auch auf die geografische Lage zur├╝ckzuf├╝hren ist.
Katalonien

Vier Sossen bilden die Grundlage zu einer Vielzahl von Gerichten: sofrito, samfaina, picada und ali-oli. Die samfaina besteht aus einer Mischung von nicht ganz durchgekochten Tomante, Paprikaschoten und Auberginen. Die sofrito (ist ├╝ber ganz Spanien verbreitet) wird aus Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten und Petersilie zubereitet. In der picada sind Knoblauch, Petersilie, ger├Âstete Mandeln und zerkleinerte Pinienkerne enthalten. Ali-oli wird als Beigabe zu Fisch und Fleisch gereicht und besteht wie der Name schon verr├Ąt aus Oliven├Âl und Knoblauch, die im M├Ârser vermengt werden, bis sie eine s├Ąmige Masse bilden.

Katalonien bietet dem Besucher verschiedene Reisgerichte, Fleischspeisen, Gefl├╝gel und Fisch. Aber auch Wurstwaren wie die butifarra sind bekannt, beliebt und inzwischen ├╝ber das ganze Land verbreitet. F├╝r Katalonien sind besonders einfache, kr├Ąftige Gerichte typisch.

Zu allem kann ein hervorragender katalanischer Wein getrunken werden, wobei die roten Weine mild und dickfl├╝ssig sind.

Der Norden Spaniens

Galicien, Asturien, das Baskenland und Kantabrien bilden nach dem traditionellen Schema der spanischen Gastronomie die Zone der Sossen. In Wirklichkeit ist der gemeinsame Nenner die Qualit├Ąt und die Menge. Auf den Speisekarten dominieren die Fische sowie die Krusten- und Schalentiere des Kantabrischen Meeres in Rezepten, nach denen der ausgezeichnete Rohstoff auf raffinierte einfache Weise angerichtet wird. Allerdings ist auch das Fleisch aus dieser Gegend ganz ausgezeichnet. Hier gibt es ausgedehnte Weiden und immergr├╝ne W├Ąlder, wie sonst nirgendwo im Land. Gern werden in den schmackhaften Eint├Âpfen Trockenbohnen verwendet.Zu den Speisen werden leichte, milde Weine getrunken, die ganz anders schmecken als die des Binnenlandes. Besonders beliebt und bekannt ist die┬ásidra, der Apfelwein.

Girona

Dieses Gebiet d├╝rfte f├╝r Feinschmecker wohl das interessanteste Gebiet der katalanischen Regionen sein. Von den Pyren├Ąen bis zum Mittelmeer, in dieser traditionsbewussten K├╝che ist einfach alles vorhanden. Ob gef├╝llt oder auf eine andere raffinierte Weise zubereitet, im Binnenland werden Gefl├╝gelgerichte von einfach bis extravagant zubereitet. Ob G├Ąnse, Enten, Truth├Ąhne oder Huhn, aber auch Wild wird in dieser Gegend reichlich auf der Speisekarte angeboten. Dabei werden gern entgegengesetzte Geschmacksrichtungen miteinander kombiniert: s├╝ss und sauer, salzig und s├╝ss, Fleisch und Fisch usw.

Nat├╝rlich sind auch die Meeresfr├╝chte nicht zu vergessen. Die zwischen den Felsklippen der Costa Brava gefangenen Fische sind von ausgezeichneter Qualit├Ąt, besonders hervorzuheben sind hier die Fischsuppen und die ├╝ber Holzkohle gegrillten Langusten.

Barcelona

Barcelona bietet eine solche Vielzahl von Restaurants, das es schwierig ist ├╝berhaupt einen ├ťberblick zu gewinnen. Die Tradition der Stadt reicht weit zur├╝ck und war im 19. Jahrhundert auf Ihrem H├Âhepunkt ihres kulinarischen Glanzes.

Eines der bekanntesten Gerichte ist ohne jede Frage die escudella i carn. Bis in die dreissiger Jahre hinein wurde es fast t├Ąglich gegessen, heute dagegen muss man schon Gl├╝ck haben es auf einer Speisekarte zu finden. Nichts desto trotz hat es in den Familien einen festen Platz erobert, wird gern und relativ h├Ąufig zubereitet. Es ist eines der typischen spanischen Gerichte, nur in diesem Fall wieder etwas anders zubereitet. Fleisch udn Gem├╝se wird zusammen gekocht, woraus zwei G├Ąnge entstehen. Der Erste ist die Suppe mit d├╝nnen Nudeln und Reis, der Zweite ist Fleisch mit Gem├╝se. Sie enth├Ąlt weisse und schwarze butifarra sowie die pilota, ein Hackfleischb├Ąllchen. Ebenfalls enthalten sind Petersilie, Brotkrumen und Ei. die sonst so typischen Blut und Paprikaw├╝rste fehlen in Barcelona. Wenn man den Kochb├╝chern glauben soll sind eine solche Anzahl von Zutaten in der Suppe, dass diese schon Schwierigkeiten h├Ątten, in einem gemeinsamen Topf Platz zu finden. In der Praxis w├Ąhlen die Hausfrauen nach Lust, Laune, Geschmack und Geldbeutel ihre Zutaten aus. (M├Âgliche Bestandteile sind: Rindfleisch, Huhn, Speck, Schweineohr, Schweinepfote, Schweinelende, butifarra, Schinkenknochen, R├Âhrenknochen, gr├╝ne Bohnen, Kartoffeln, Kohl, Eier, R├╝ben, Karotten, Knoblauch, Mehl, Pfeffer, Salz, Zimt und Petersilie)

Ebenfalls aus Barcelona soll urspr├╝nglich die fideos a la cazuela stammen. Die Beilage hierzu ist ausschlisslich aus Fleisch und Wurst und reicht von Rippchen ├╝ber Br├╝hw├╝rste bis hin zu butifarra, Schinken und Speck.

Das in dieser Region am h├Ąufigsten verwendete Gem├╝se sind die Ackerbohnen.

Die Nachspeise, die nicht nur in dieser Gegend bekannt und beliebt ist, ist die Crema Catalan, die aufgrund ihrer K├Âstlichkeit in vielen Regionen inzwischen zum festen Angebot geh├Ârt.

Lleida

Hauptbestandteil dieser Region sind Fleisch, Wild und Forellen. Typische Gerichte f├╝r Bergregionen. Wenn man seinen Urlaub in dieser Region verbringt und man die K├╝che wirklich geniessen will, geht man am Besten in ein l├Ąndliches Restaurant, wo man der Wirtin nach M├Âglichkeit schon vorher mitteilt was man mit wie vielen Personen essen m├Âchte. Allerdings werden Spanienkenner wissen, das dies in fast allen l├Ąndlichen Regionen sinnvoll ist, wenn man etwas Besonderes zubereitet haben m├Âchte. Die Betreiber der Gasth├Ąuser freuen sich ├╝ber G├Ąste die Zeit mitbringen und ihre W├╝nsche anmelden.

Auch in dieser Region wird Reis verzehrt, allerdings wird dieser hier in einem s├Ąmigen Zustand serviert. Auch die Wurstwaren haben einen eigenen Geschmack.

Tarragona

Die Reisgerichte nehmen den wichtigsten Bestandteil der K├╝che dieser Region ein. Schwarzer Reis, ein Gericht was aus der Tinte der Tintenfische bereitet wird, Arroz abanda der in ganz Spanien bekannt ist, wobei die Spanier sehr genau auf die Qualit├Ąt des Reises achten. Wenn Sie Spanier beim Reisessen in einem Lokal sehen, dann ist dieser Reis durchaus empfehlenswert.

Valencia Die Levante-Zone

Die K├╝che dieser Region ist zweigeteilt. Im Hinterland, den bergigen Gebieten wird h├Ąufig Wild und Zicklein serviert. Im K├╝stenstreifen hingegen bevorzugt man die Meeresfr├╝chte, Obst und Gem├╝se und nat├╝rlich den Reis. Die Fische werden gern unverf├Ąlscht gegessen, gegrillt, oder aus dem Ofen. Zu einzigartigem Ruhm gelangte die Paella, die aus dieser Region stammt. Aber auch die Fideu├á sollte erw├Ąhnt werden. Es ist eine Art Paella mit Nudeln. Sie wird ebenfalls in der Paellera zubereitet.

Angebaut wird was w├Ąchst, aber einen grossen und nicht zu ├╝bersehenden Teil nehmen die Zitrusfr├╝chte ein. Mandarinen, Orangen und Zitronen. Aber auch an Paprika, Artischocken, Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Mandeln, Oliven, Wein, Zwiebeln, und Bohnen mangelt es in den fruchtbaren K├╝stenstreifen (Huerta) nicht. Seit einiger Zeit hat man sich hier auch noch auf Nisperos spezialisiert, die leider wohl niemals bis Deutschland gelangen werden, da die Fr├╝chte reif geerntet und unmittelbar verzehrt werden m├╝ssen. Wer es nicht weiss ist ├╝berrascht, Spanien produziert jede Menge Reis und ein nicht unerheblicher Teil kommt aus dem Land Valencia. Die Reisproduktion ist nicht nur ein entscheidender N├Ąhrstofflieferant, sondern auch ein Arbeitsm├Âglichkeit in der industriearmen Region.

Castell├│n

Wie so oft in Spanien, liebt man auch hier die Lammgerichte. Aber auch Gerichte mit Kartoffeln, Getreide, Mehl und Mandeln, manchmal auch Waln├╝ssen kann man hier finden. Hervorzuheben und zu empfehlen ist aber auch der Zickleinbraten (cabrito al horno). Nat├╝rlich gibt es noch jede Menge anderer Rezepte die in dieser Gegend zu Hause sind, so liebt man auch carne mechada (gespicktes Fleisch) oder callos (Kutteln). Wie ├╝berall in Spanien sind nat├╝rlich die Fleischgerichte, besonders die Braten eher etwas f├╝r einen besonderen Anlass. T├Ąglich dagegen wird der Reis gegessen

Aber auch guten K├Ąse und tolle Quarkspeisen findet man hier.

Alicante

Die K├╝che hier ist vielf├Ąltig. Der K├╝stenstreifen bietet viele M├Âglichkeiten die Meerestiere in die Ern├Ąhrung mit einzubeziehen, aber man wurde nat├╝rlich ├╝ber viele Jahre hinweg von den Besatzern, Eroberern und auch den Nachbarregionen beeinflusst. So findet man heute in und um Alicante eine Mischung aus den umliegenden Provinzen Murcia, La Mancha und Valencia wieder. Ein typisches Beispiel ist die Paella, die man durchaus oft und gern zubereitet, hier aber nicht mit Meeresfr├╝chten, sondern mit Huhn und Kaninchen als Hauptbestandteil. Aber auch arroz con costra ist sehr bekannt. Angeblich gibt es den Besten in Elche, auch die Rezepte in allen spanischen Kochb├╝chern stehen, soll der Reis hier am besten zubereitet werden.

Sehr bekannt und zumindest in Spanien beliebt sind die sehr s├╝ssen Nachspeisen. Die bekannteste S├╝ssspeise ist wohl turr├│n aus Alicante. Wobei die Basis immer Mandeln bilden, auch wenn es dann die verschiedensten Varianten gibt. Diese S├╝ssspeise, gibt es ├╝berwiegend um die Weihnachtszeit, wobei die Nichtspanier sich nur schwerlich an die wirklich sehr s├╝ssen Geschmack gew├Âhnen k├Ânnen.

Murcia

Das nicht allzu grosse Land teilt sich in drei verschiedene Gebiete: die K├╝ste (Costa Calida ÔÇô Warme K├╝ste), die fruchtbare Umgebung des Rio Segura ÔÇô wo Oliven und Feigen angebaut werden und das bergige Hinterland ÔÇô in welchem der Wein angebaut wurde.

Aufgrund vergangener Armut hat sich in dieser Region die mediterrane Armeleutek├╝che mit den heute inzwischen exzellenten Zutaten gemischt und erhalten. Im fruchtbaren K├╝stenstreifen wachsen die verschiedensten Obst und Gem├╝sesorten mit ausgezeichneter Qualit├Ąt. In der K├╝che finden sich h├Ąufig auch noch die von den Arabern eingef├╝hrten K├╝chentechniken, Gew├╝rze und Lebensmittel wieder.

Obwohl man in ganz Spanien eigentlich nur selten auf Gem├╝se verzichtet, so ist doch hier auff├Ąllig, dass das Gem├╝se im Vordergrund steht. Von Gem├╝seeint├Âpfen ├╝ber Reis mit Gem├╝se (Arroz con verduras), man verarbeitet es oft und gern. Aber nat├╝rlich gelangen auch die Meerestiere auf den Teller. W├Ąhrend im Mittelmeer die Fische in Netzen hinter den Booten hergezogen werden, legt man auf dem Mar Menor eine Art riesige Reuse aus. Dadurch bleibt der Fisch lebendig, bis er aus dem Wasser geholt wird (paranzas). Eine andere Variante sind drei dicht nebeneinander gespannte Netze, die dem dagegen anschwimmenden Fisch das Genick brechen (Tres malles). Geschmacklich sind die beiden Fangvarianten ganz klar voneinander zu unterscheiden, ein Murcianer wird immer einen erstklassigen Fisch kaufen der den paranzas entstammt.

Andalusien
+++Tapas+++Tapas+++Tapas+++Tapas+++

In Andalusien treffen die ber├╝hmtesten Weine Spaniens (Jerez) auf eine traditionelle K├╝che. Eine gute Kombination. Neben den Weinen nimmt auch hier der Schinken eine besondere Stellung ein. Ber├╝hmt und eigentlich auch nur in Spanien erh├Ąltlich ist der Schinken aus Jabugo in der Provinz Huelva, aber auch der Schinken aus Trev├ęlez aus der Provinz Granada steht kaum nach. Beide Sorten sollten in d├╝nnen Scheiben geschnitten/gegessen werden.

Aber auch Fisch wird gern verzehrt. H├Ąufig zu finden sind Frittierst├Ąnde an denen pescaito frito verkauft wird. Dabei werden verschiedene Fischsorten gemeinsam frittiert. Unserer Meinung nach absolut empfehlenswert.

Wer hat nicht schon einmal von Gazpacho geh├Ârt. Eine der Lieblingssuppen der Spanier. Kalt serviert verhilft sie im Sommer mittlerweile in ganz Spanien zu ein klein wenig Abk├╝hlung in den so heissen Sommertagen. Ihren Ursprung hat sie in Andalusien.

Krustentiere gibt es hier reichlich und werden gern angeboten. Seien es Riesenaustern, Garnelen, Tellermuscheln, KrebseÔÇŽ. man kann eigentlich fast alles finden.

Wem l├Ąuft nicht das Wasser im Munde zusammen, wenn er von ri├▒ones al jerez (Nierchen in Sherrysosse) h├Ârt, Stier und Ochsenschwanz hat erst vor kurzem einen neuen Beliebtheitsschwung erhalten, die Vielfalt ist einfach ├╝berw├Ąltigend. Das Hauptproblem eines Essens in Andalusien besteht in der Entscheidung, ob man sich von den so verf├╝hrerischen Tapas ern├Ąhrt, oder ob man versucht diese zu ├╝bergehen und die anderweitigen Kochk├╝nste probiert.

Auf das gleiche Problem st├Âsst man auch bei den S├╝ss- und Nachspeisen. Durch die tief verwurzelten arabischen Traditionen ist das Angebot schlicht unersch├Âpflich.

Andalusien ist der Hauptproduzent des spanischen Oliven├Âl.

Kastlien-Leon

Kastilien stellte in der Vergangenheit das Zentrum (wenn auch nicht geografisch) von Spanien dar. Von hier aus wurde Geschichte geschrieben, von hier aus wurde Spanien zur Nation. Und auch heute noch ist Katilien-Le├│n die gr├Âsste Verwaltungseinheit Europas. Die Geschichte spiegelt sich deutlich in der Gastronomie wieder. Von arabischen ├╝ber christliche bis hin zu j├╝dischen Elementen, findet man hier alles, was man sich nur vorstellen kann. Alle drei Kulturen legten grossen Wert auf ihre eigenen K├╝chen und deren Traditionen. Alle drei Kulturen liebten die Eint├Âpfe, wobei sie sich nat├╝rlich im wesentlichen durch die Fleischzugaben unterschieden.

Aber auch Fleischgerichte sind auf den Tellern der Region durchaus zu finden, allerdings wird als Beigabe traditionell meist nur etwas Salat gereicht. Tradition hin Glaube her, das Lamm hat eindeutig eine Vorrangstellung eingenommen, das Schwein folgt mit einigem Abstand. Aber egal was gegessen wird, in den seltensten F├Ąllen gibt es dazu eine Sosse. Eigentlich kann man diese grosse Region relativ gut in der Gastronomie vereinheitlichen, nimmt man die Regionen Le├│n und Salamanca aus.

Ein fast t├Ąglicher Bestandteil und in sehr vielen Gerichten wiederzufinden sind die Kichererbsen (garbanzos). Sie sind der wichtigste Bestandteil der so geliebten Eint├Âpfe. Aber auch Trockenbohnen und Linsen werden verwendet.

Auch das Brot hat heuten noch eine wichtige Stellung inne. Man legt zwar nicht mehr bewusst so viel Wert auf das angeblich ÔÇťbeste Brot SpaniensÔÇŁ , aber man findet es nach wie vor bei fast jeder Mahlzeit.

Was jedoch jeden Touristen interessiert ist nicht das Alltagsessen sondern das Besondere , und das ist hier Ferkel- oder Lammbraten. Kastilisches Lamm wird immer in der Tonkasserolle gebraten. Das Fleisch wird mit Schmalz eingerieben und mit gesalzenem Wasser begossen. Der Rest ist Zeitgef├╝hl und Erfahrung.

Das Ferkel dagegen sollte nicht mehr als drei bis vier Kilo haben und wird ├╝ber Thymianholz im Ofen gebraten. Das Fleisch muss so zart sein, dass der Koch es mit einigen Schl├Ągen mit der Tellerkante teilen kann.

Neben dem Fleisch gibt es aber auch ausgezeichnete Forellen aus Fl├╝ssen, Flusskrebse und Huhn. Knoblauch findet man wohl an allen Gerichten, er ist das vorherrschende Gew├╝rz.

Salamanca

eigentlich z├Ąhlt es zu Kastilien, aber die Gastronomie unterscheidet sich deutlich von den dort vorherrschenden Gewohnheiten. Hier ist die K├╝che auf Fleisch und Wild aufgebaut. H├Ąufig findet man auf den Speisekarten Gerichte mit Innereien, Wurst und Schinken

Extremadura

Die K├╝che dieser Region ist aus einer Mischung aus christlichen, j├╝dischen und maurischen Essgewohnheiten hervorgegangen. Obwohl nur sehr d├╝nn besiedelt, kann man doch einiges Herausragendes an gastronomischen Errungenschaften finden, ohne lange danach suchen zu m├╝ssen. Seit Jahrhunderten sind das Iberische Schwein, Ziege und Lamm die Hauptbestandteile der einfachen und klaren K├╝che. Die Rezepte, nach denen hier gekocht wird, sind genauso einfach und klar, wie herausragend das Ergebnis.

Ein zentraler Punkt sind Eint├Âpfe aus Ziege, Lamm oder Schweinefleisch, sowie Hirtenmahlzeiten auf der Basis von Brot und Gem├╝se. Aber die Einwohner zeigen auch eine Vorliebe f├╝r S├╝sswasserfische.

Das Iberische Schwein ÔÇô es hat sich im laufe der Jahrtausende dem Klima des spanischen Westens angepasst. Die rauhen Winter und extrem heissen Sommer verkraftet diese halbwilde Rasse ganz ausgezeichnet. Die schwarzen Klauen waren sein Markenzeichen und bis heute nennt man ihn auch pata negra.

Die Schweine leben in einem Wald aus immergr├╝nen Stein- und Korkeichen. Durch die Freiheit in der die Tiere leben, haben sie viel Bewegung was dazu f├╝hrt, dass das Fettegewebe weit in das Muskelfleisch vordringen kann und dort zu einer ganz feinen Marmorierung f├╝hrt. Nur im Sommer, wenn die Natur austrocknet wird je nach Bedarf etwas Getreide zugef├╝ttert, ansonsten suchen sich die Schweine ihre Nahrung in der Natur. Der entscheidende Teil der Nahrungsaufnahme beginnt im Sp├Ątherbst, wenn die B├Ąume ihre Eicheln verlieren. Dann nehmen die Tiere innerhalb weniger Monate 60 bis 80 Kilo zu und das Fleisch erh├Ąlt einen besonderen Geschmack. Entgegen vieler anderer europ├Ąischer Gewohnheiten werden die Iberischen Schweine so wenig wie m├Âglich transportiert, was bedeutet, der Schlachter betreibt sein Handwerk in unmittelbarer N├Ąhe. Nur so kann der Geschmack und die Konsistenz des Fleisches optimal erhalten bleiben. Die Verarbeitung ist eine Kunst f├╝r sich. Ein guter Iberischer Schinken ist ebenso rar wie teuer, was an der langfristigen und kostspieligen Herstellung liegt.

Aus dem Norden Extremaduras stammt aber auch das edelste Paprikapulver, welches Columbus von seiner zweiten Amerikareise mitbrachte und welches bis heute dort angebaut wird.

La Mancha

Zur La Mancha geh├Âren verschiedene Provinzen: Toledo, Albacete, Ciudad Real und auch Madrid, wobei die Hauptstadt wiederum extra behandelt werden kann. Es ist eine Millionenstadt, wesentlich dichter besiedelt als der Rest des Landes, so viele Menschen auf so wenig Raum verhelfen auch der K├╝che zu etwas Aussergew├Âhnlichen .

Wer sie einmal gesehen hat, wird sie nicht wieder vergessen. In den staubigen Ebenen der La Mancha , wie aus dem Nichts auftauchend, riessige Krokusfelder, es sind Safranfelder. Auch gibt es wohl kaum ein Gericht, das nicht mit Knoblauch zubereitet wurde. Spanien produziert rund 200 000 Tonnen Knoblauch j├Ąhrlich und davon kommt ein nicht unwesentlicher Teil aus der La Mancha.

In der La Mancha soll das beste Gazpacho zubereitet werden, was man in ganz Spanien bekommen kann. Es wird hier auch im Winter zubereitet. Trotzdem wird es nicht st├Ąndig in allen Lokalen angeboten, sondern eher in den Familien gegessen.

Aber auch die Jagd ist in der La Mancha zu Hause und so findet man jede Menge von Wild auf den Speisekarten der entsprechenden Restaurants. Vom Wildschwein ├╝ber die Wachtel bis hin zu Perlhuhn, Kaninchen, Fasan, Hase und Hirsch ist eigentlich alles vertreten.

Sopa de Ajos (Knoblauchsuppe)
champi├▒ones al Ajo (Chamignons mit Knoblauch)
Conejo al ajillo (Kaninchen in Knoblauch)
Gazpachos Manchegos (Gazpachos nach der Art der La Mancha)

Madrid

Am geografischen Mittelpunkt von Spanien erbaut, bildet Madrid heute noch das Zentrum Spaniens. Gastst├Ątten und Kneipen findet man aus allen Regionen, nicht nur aus Spanien, sondern aus aller Welt. Die Madrider K├╝che ist eine Mischung aus der einfachen Volksk├╝che und der Palastk├╝che des Habsburger Hofes, so dass keine der edlen Zutaten aus Stolz abgelehnt wurden. Auf diese Weise konnte die K├╝che auch internationale Anerkennung finden

Jeder Spanier kennt sie und fast jeder liebt sie. Die Churros. Mit oder ohne Schokolade. Hierbei handelt es sich um frittiertes Spritzgeb├Ąck, was man in Madrid zum Fr├╝hst├╝ck isst, im Rest des Landes bei Fiestas an St├Ąnden kauft. Am liebsten taucht man sie in heisse Schokolade.

Zu Weihnachten wird hier traditionell der Graubarsch (besugo) gegessen. Er wird mit Paniermehl und Petersilie bestreut, mit Zitrone belegt und im Ofen gebacken. So erh├Ąlt er einen ganz eigenen Geschmack.

Als Besonderheit wird h├Ąufig Fleisch vom Stier angeboten. Dabei soll es sich um Stiere aus der Arena handeln, die durch ihr Adrenalin im Blut einen besonderen Geschmack erreichen. Allerdings kann man durchaus seine Zweifel daran haben, ob all die angebotenen Stiere jemals alle in einer Arena gestorben sein k├Ânnen.

Aber auch hier verarbeitet man wieder besonders gerne Innereinen, ob das allerdings so bleibt in Zeiten des BSE, wird sich zeigen.

Kutteln nach Madrider Art
Leber mit Zwiebeln
Geschmorte Kalbszunge

Kanarische Inseln

Nicht immer muss man die Kanarischen Inseln, genau wie die Balearen mit Massentourismus und Betonw├╝sten gleichsetzen, denn noch immer findet man traditionelle Berufe, denen seit Generationen in den Familien nachgegangen wird vor. Sicher die Touristen wollen nicht in Zelten ├╝bernachten, aber das bedeutet nicht, dass die Inseln komplett zubetoniert wurden. So hat sich hier eine K├╝che durchgesetzt, die klare Linien aufweisst: deftige Suppen, Eint├Âpfe, gebratenes Fleisch mit teils scharfen Saucen, gegrilltem Fisch und unglaublich s├╝ssen Nachspeissen.

Auch wenn sie wegen der Verhandlungsk├╝nste von Adenauer nie so richtig den Sprung nach Deutschland geschafft hat, aber sie w├Ąchst, gedeiht und sie schmeckt. Die Banane von den kanarischen Inseln. Irgendwann werden die Politiker sich einen Weg durch den Dschungel ihrer eigenen Gesetze, Verordnungen, Bestimmungen und Vorschriften gebahnt haben und dann ist auch die Kanarische Banane preislich mit den Anderen vergleichbar. Aber auch andere exotische Fr├╝chte wachsen hier ganz von allein. Sei es die Kaktusfeige, die man ├╝brigens im gesamten S├╝den von Spanien finden und essen kann (Vorsicht aber bei der Ernte, auch die Fr├╝chte haben Kaktusstacheln ÔÇô von denen man lang etwas haben kann), Avocados – sie wachsen an relativ grossen und unscheinbaren B├Ąumen, um die Fr├╝chte zu entdecken muss man schon sehr genau hinsehen, auch wenn der Baum voll davon h├Ąngt. Sei es Mango, Papaya oder Physalis.

Aber auch die Tomate hat von den kanarischen Inseln aus ihren Vormarsch auf Europa gestartet, genau wie die S├╝sskartoffel und die Yamswurzel.

Balearen

Die wirkliche traditionelle K├╝che der Balearen kann man leider in Gastst├Ątten kaum bekommen, ausser man kennt sie und bestellt sie vor. Am liebsten verwendet man das Schweinefleisch, kombiniert mit Gem├╝se. Eine der bekanntesten Sossen stammt von Menorca: die Mayonnaise (spanisch mahonesa, was wiederum von der Inselhauptstadt Mah├│n abgeleitet ist). Hier kocht man bevorzugt mit Fischen, Krusten- und Schalentieren. Die Rezepte der Inseln ├Ąhneln sich, lassen sich aber keinesfalls absolut gleichsetzen. ├ähnlich sieht es auf Ibiza aus, auch hier zieht man den Fisch dem Fleisch vor.

Auf Mallorca beispielsweise liebt man die Eint├Âpfe bzw. Suppen (wenn man nicht gerade in der Touristenzone unterwegs ist, sondern sich nach traditionellen und typischen Gerichten umschaut). Die typischen mallorquinischen Suppen haben gegen├╝ber den anderen eine Besonderheit. Sie sind gebunden, fast schon steif, w├Ąhrend ansonsten die d├╝nnen Br├╝hen mit Einlagen bevorzugt werden.

Nach der Suppe folgt meisst das Schweinefleisch. Angefangen vom Schweinebraten ├╝ber die Innereien isst man fast Alles vom Schwein. Aber das bekannteste Produkt dieses Tieres ist wohl die Sobrasada de Mallorca. Dabei handelt es sich um eine r├Âtliche Streichwurst. Man kann sie schon fast mit einer streichf├Ąhigen Paprika-Salami vergleichen.

Gern verwendet man auch beim Zubereiten von Fleischgerichten s├╝sse Fr├╝chte. Seien es nun Granat├Ąpfel, Pflaumen oder Mandeln.

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