Die meisten denken bei Mallorca einfach nur an Sonne, Strand und Meer. Dass es auf der Lieblingsinsel der Deutschen aber im Winter empfindlich kalt werden kann, ist vielen nicht bewusst. Die Temperaturen auf dem Thermometer fallen zwar nicht unbedingt in Minusregionen ab, doch die allgegenwärtige Feuchtigkeit sollte man nicht unterschätzen. Betritt man alte Stadthäuser, dann steigt einem schon im Herbst der Geruch nach Feuchtigkeit in Nase – das typische Anzeichen für fehlende oder nicht ausreichende Heizung. Zusätzlich wurde lange Zeit das Thema Isolation vernachlässigt und häufig hat man neben der Luftfeuchtigkeit auch noch mit Schimmelbefall zu kämpfen.

Bei der Auswahl der richtigen Wärmequelle sollte man verschiedene Aspekte beachten. Neben Größe des Haushaltes und der dort lebenden Personen spielt auch die Dauer des Aufenthaltes eine Rolle. Wer nur wenige Tage im Winter auf Mallorca verbringt, der wird sicherlich andere Heizmöglichkeiten in Betracht ziehen, als jemand, der dort seinen ständigen Wohnsitz hat. Des Weiteren sollte man den benötigen Installationsaufwand, aber auch die anfallenden Unterhaltungskosten berücksichtigen.

Traditionelles Heizmittel – der Kamin
In den meisten mallorquinischen Häusern bereits vorhanden: der Kamin. Allerdings handelt es sich dabei in der Regel um offene Kamine – kalte Luft dringt bei Nichtnutzung durch den Abluftschacht ein, bei Nutzung bildet sich häufig Rauch im gesamten Wohnbereich. Doch hier kann durch Nachrüstung die traditionelle Optik beibehalten, die Effizienz durch Einsatz einer modernen Kassette aber enorm gesteigert werden.

Der Pellet-Ofen erfreut sich inzwischen auch auf Mallorca immer größerer Beliebtheit. Der Einbau ist bei einem bereits vorhandenen Kamin relativ einfach und günstig zu bewerkstelligen. Beim eigentlichen Pelletofen hat man die Wahl zwischen solchen kostengünstigen Modellen und hochwertigen Öfen, inklusive Thermostat und höherer Heizleistung. Beim Kauf sollte man hier die persönlichen Anforderungen abwägen. Pellet-Säcke erhält man in Baumärkten oder Eisenwarenhandlungen und mit einem Brennstäbchenverbrauch in Höhe von ca. 150 Euro pro Monat sollte man rechnen. Allerdings muss man auch über den entsprechenden trockenen Stauraum zur Lagerung verfügen.

Heizen mit Gas oder Paraffinöl
In älteren Haushalten sind sie noch anzutreffen, die mobilen Gasöfen mit Gasflaschenbetrieb. Von Vorteil ist hier, dass sie sofort einsatzbereit und unabhängig sind, da hier weder ein Gas- noch Stromanschluss benötigt wird. Wichtig ist bei Gebrauch eine ausreichende Luftzufuhr, da beim Verbrennungsprozess Kohlenmonoxid freigesetzt wird. Des Weiteren muss sichergestellt sein, dass die Gasleitung dicht ist und in keinem Moment Gas unkontrolliert entweichen kann. Überdies sollte man auch das Gewicht einer 20-Liter-Gasflasche nicht unterschätzen – diese 13 Kilo müssen immerhin bewegt werden.

Ein Paraffin-Ofen ist in der Anschaffung ähnlich günstig wie ein Gasofen, aber hier kommt zum freigesetzten Kohlenmonoxid während der Verbrennung noch der strenge Paraffinöl-Geruch hinzu. Auch bei dieser Heizvariante gilt: Frischluftzufuhr und richtige Wartung sind essenziell.

Gezielt gegen die Feuchtigkeit – die Infrarotheizung
Bei dieser Heizmethode werden Wärmestrahlen direkt auf große Flächen wie Decken, Wände, Fußboden abgegeben – ideal in feuchten Haushalten. Die so erwärmten Oberflächen dienen anschließend als Wärmequellen und die eigentlichen Heizelemente können zeitweise ausgeschaltet werden. Etwa 4–6 Heizstunden reichen aus, um eine Wohnung angenehm warmzuhalten.

Voraussetzung hier sind geeignete Stellen für die Anbringung der Heizplatten, damit möglichst viele Flächen angestrahlt werden können. Oft müssen mehrere Platten montiert werden, was den Anschaffungspreis unter Umständen in die Höhe treibt. Wenn andererseits aber die Stromkosten durch reduzierten Einsatz der Heizelemente niedrig bleiben, ist eine Infrarotheizung, in den passenden Räumlichkeiten, durchaus eine geeignete Heizmöglichkeit.

Die häufigste Heizmethode – die Klimaanlage/Wärmepumpe
Hier sind keine baulichen Voraussetzungen erforderlich, eine Wärmepumpe kann jederzeit und ohne großen Aufwand installiert werden. Sie funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank: aus dem Außenbereich gewonnene Energie wird mittels eines Kompressors in Heizwärme für das Haus verwandelt.

Die Modelle variieren von klein und auf Rollen, zu groß mit notwendiger Montage an der Außenwand. Man sollte bei diesen Geräten unbedingt auf Energieeffizienz achten, die Stufe A hat den geringsten Verbrauch, aber auch den Geräuschpegel nicht außer Acht lassen. Weiterhin sollte man bei dieser Heizmethode auf ein gutes Zu- und Abluftsystem achten, um Schadstoffe abzutransportieren und die Luftqualität optimal zu halten.

Eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion sorgt außerdem im Sommer für angenehme Abkühlung. Aber auch hier sollte in jedem Raum ein Gerät angebracht werden, wenn man im gesamten Haus für ein angenehmes Raumklima sorgen möchte.
Eine weitere Form der Wärmepumpe, die sich inzwischen Bahn bricht, ist die komfortable Fußbodenheizung. Sie verspricht rund um die Uhr warme Füße und im Sommer ebenfalls Möglichkeit zur Abkühlung. Der Quadratmeterpreis liegt allerdings recht hoch und im Falle eines Defekts ist mit der Entfernung des Fußbodens zu rechnen.

Öl- oder Gaszentralheizung mit Tank
Wer in Palma wohnt, hat in der Regel einen Stadtgasanschluss und kann so bequem eine Zentralheizung nutzen. Außerhalb vom Stadtgebiet werden Gastanks geliefert, allerdings muss ausreichend Platz für die Installation der Tanks vorhanden sein und eine Leihgebühr wird fällig.

Setzt man auf Öl, ist hier Platz für einen mindestens 1000 Liter Tank Voraussetzung.

Für beide Varianten muss eine Genehmigung beantragt werden, und speziell Ölheizungen gelten aufgrund des hohen Kohlendioxidausstoßes nicht als ökologisch. Zusätzlich sind die Kosten beider Anlagen den extremen Schwankungen der Öl- und Gaspreise unterlegen.

Generell sind bei dieser Heizvariante natürlich die Einbaukosten wesentlich höher, da die neuen Anlagen aber wesentlich effizienter in puncto Energie arbeiten, können sie sich am Ende durchaus als kostensparend herausstellen.

Die teuerste Variante – die Heizlüfter
Heizlüfter werden immer noch gerne eingesetzt, sind sie doch in jedem Baumarkt oder großen Einkaufszentren preisgünstig und in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Diese Lüfter oder Heizstrahler wärmen allerdings nur punktuell die direkte Umgebung, bewegt man sich aus dem Heißluftstrahl heraus, wird es kalt. Dafür wird einen die nächste Stromabrechnung mächtig ins Schwitzen bringen!

Nichts überstürzen
…sollte beim Thema Heizen auf Mallorca, keine voreiligen Entscheidungen treffen.
Wägen Sie gewissenhaft ab in welcher Situation Sie sich befinden, fester Resident auf der Insel und nur gelegentlich vor Ort, und welche Anforderungen und Bedürfnisse erfüllt werden sollen. Bedenken Sie mögliche Installationskosten, aber lassen Sie auch die Betriebskosten nicht ausser Acht. Stromkosten auf Mallorca sind hoch, daher sollte bei dieser Heizform möglichst vorab geprüft werden, wie hoch die notwendige Stromleistung Ihres Haushaltes sein muss und ob der Stromanbieter Nachtstromtarife oder ähnliche Sparoptionen anbietet.

 

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